Verband hält nichts von Lichtblick BHKW
Der Energieanbieter LichtBlick kündigt die Installation von 100.000 Blockheizkraftwerken (BHKW) von Volkswagen an. Mit einen so genannten „Schwarmstromkonzept“ sollen die BHKW zu einem Kraftwerk vernetzt werden. „Die LichtBlick-BHKW eignen sich aufgrund ihrer großen Dimensionierung sicherlich für Mehrfamilienhäuser oder Schwimmhallen, aber keineswegs für Ein- oder Zweifamilienhäuser. Daher sind diese BHKW für Spezialanwendungen in einem sehr kleinen Markt“, so der Hauptgeschäftsführer des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH), Andreas Lücke.
BHKW gibt es schon länger – nicht nur von Lichtblick
BHKW gibt es übrigens nicht erst seit letzter Woche, wie LichtBlick suggeriert. Deutsche Hersteller produzieren und vertreiben seit Jahren hoch effiziente, allerdings für große Ein- und Zweifamilienhäuser bzw. kleine Betriebe richtig dimensionierte BHKW. Annähernd 8.000 solcher kleineren BHKW gehen heute jährlich in den Markt. Damit verfügt die im BDH organisierte Industrie über jahrelange Erfahrungen mit Strom erzeugenden Heizungen. Der Markt für das groß dimensionierte LichtBlick-Angebot dürfte aufgrund des eingeschränkten Einsatzgebietes nur wenige 100 Stück im Jahr ausmachen.
Lichtblick: 5000 Euro für BHKW
Ein Blick auf die wirtschaftliche Seite des LichtBlick-Angebots wirft viele Fragen auf. So nimmt Lichtblick 5.000 Euro vom Kunden und bleibt dennoch Eigentümer der Anlage. Zudem erhält LichtBlick staatliche Investitionszuschüsse und die Einspeisevergütung für den produzierten Strom. Investiert dagegen der Hauseigentümer selbst in ein BHKW, erhält er bis zu 10.000 Euro an Direktzuschuss vom Bund und die Einspeisevergütung für die produzierten Kilowattstunden Strom. Warum Hauseigentümer die attraktive Förderung einem Energieversorger überlassen sollen, bleibt das Geheimnis des Geschäftsmodells von LichtBlick.
Alternativen zum BHKW
Auch sollte der Presserummel um LichtBlick den Blick nicht dafür verstellen, dass zum Beispiel moderne Brennwerttechnik in Kombination mit solarthermischen Anlagen, aber auch Wärmepumpen und Holzzentralheizungen energetisch, wirtschaftlich und von den Emissionen her den großen BHKW ebenbürtig sind. Privat betriebene BHKW, aber auch die anderen technisch hoch anspruchsvollen Lösungen bieten den weiteren Vorteil, keine Fremdeigentümer in Form eines Energieanbieters ins eigene Haus lassen zu müssen.


















Welche Anbieter soll man nehmen, wenn man ein eigenes BHKW zu hause aufstellen will und was kostet der Spaß insgesamt.
M.f. Gruß