Stichwort: Gewerbestrom

Über 610 Milliarden Kilowattstunden Strom werden in Deutschland benötigt, dabei sind Wirtschaft und Industrie von der Elektrizität ebenso abhängig wie die privaten Haushalte. Nur ist im Gewerbesegment die finanzielle Belastung eine andere: Während ein deutscher Durchschnittshaushalt etwa 2,2% seines Nettoverdienstes für die Versorgung mit Energie ausgeben muss, macht die Versorgung mit Gewerbestrom bei Wirtschaft und Industrie etwa zwei Drittel der Kosten aus.

Aus diesem Grund liegt die Versorgung mit günstigem Gewerbestrom im Mittelpunkt des Interesses, ist quasi überlebenswichtig. Denn die hohen Preise für Gewerbestrom können durchaus als Standortnachteil gewertet werden. Andererseits haben die Gewerbebetriebe mit ihrem hohen Bedarf an Gewerbestrom natürlich auch eine ganz andere Verhandlungsbasis wenn es darum geht, günstige Strompreise durchzusetzen. Kein örtlicher Energieversorger verliert gern einen Betrieb mit einem hohen Gewerbestromverbrauch als Kunden. D.h. man wird in diesem Fall zu ganz anderen Zugeständnissen bereit sein, als es bei den Preisen für die privaten Haushalte der Fall ist.

Jeder Gewerbebetrieb sollte daher zunächst einmal mittels eines Internettarifrechners die momentanen Preise für seinen Gewerbestrom vergleichen. Hier aber aufpassen, ob Nettopreise (mit oder ohne Ökosteuer) oder Bruttoendpreise verzeichnet sind – je nach Art des Gewerbes können verschiedene Angaben interessant sein. Außer den Preisen sollte für Gewerbebetriebe allerdings auch die Zuverlässigkeit der Anbieter interessant sein. Denn was nützt günstiger Gewerbestrom wenn er nicht zuverlässig geliefert wird und dann eventuell die Produktion oder ähnliches stoppt?

Aus diesem Grund sollte ein Wechsel des Gewerbestrom-Anbieters gut überlegt sein – ist in den allermeisten Fällen jedoch gleichwohl eine günstige UND eine zuverlässige Alternative. Wer zudem noch ein wenig Umweltbewusstsein hat, sucht sich zugleich einen Anbieter, der auch Gewerbestrom aus regenerativen Quellen erzeugt. Denn dadurch, dass Industrie und Handel der größte deutsche Stromverbraucher sind, würden wir in der geplanten Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes ein großes Stück weiter kommen, wenn Gewerbestrom künftig auch zum Großteil aus Wind, Wasser und Sonne erzeugt werden würde.

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