Berliner Haushalte haben Energiekosten um 85 Prozent gesenkt
450 Berliner Eigenheimbesitzer haben es bewiesen: Energiekosten senken und Klima schützen ist keine Hexerei. Ein Jahr lang haben sich die Hauseigentümer im Rahmen einer von GASAG und Berliner Energieagentur (BEA) ausgerufenen Aktion umfassend in allen Fragen der energetischen Gebäudemodernisierung und des Verbrauchsverhaltens informieren lassen. Resultat: Energieeinsparungen und CO2-Minderungen bis zu 85 Prozent durch Modernisierung der Heizungen, Wärmedämmung, Fenster- und Türenaustausch sowie Installation von Sonnenkollektoren zur Warmwassererzeugung sind praktisch möglich.
Größtes Sparpotenzial bei Warmwasser und Heizung
Energieagentur, GASAG und der ebenfalls beteiligte Dämmstoffhersteller ISOVER haben heute in Berlin zum Abschluss der Aktion “Die Heimtrainer kommen!” Bilanz gezogen. Erwartungsgemäß erzielten die Haushalte bei Heizen und Warmwasser die größten Einsparungen. Durchschnittlich senkten die Teilnehmer ihren Wärmeverbrauch um 550 Kilowattstunden pro Jahr (17 Prozent) und entlasten damit die Umwelt um jährlich 640 Tonnen Kohlendioxid (CO2). Insgesamt wird die Umwelt um 770 Tonnen CO2 entlastet, weil die Teilnehmer auch ihren Strom- und Kraftstoffverbrauch reduzieren.
Ingrid Dannbeck, Leiterin Konzern-Marketing der GASAG, berichtete, dass sich die Hälfte der Teilnehmer nach den Beratungsangeboten für eine Heizungsmodernisierung entschieden hat. Davon wiederum stieg die Mehrzahl von Öl auf Erdgas als Brennstoff um. “Moderne Erdgas-Brennwertkessel verbrauchen bis zu 40 Prozent weniger Energie als veraltete Standardkessel. Im Zusammenspiel mit einer solarthermischen Anlage lässt sich der Energieverbrauch sogar noch weiter reduzieren”, so Dannbeck.
CO2-Ausstoß senken und Geld sparen
Für BEA-Geschäftsführer Michael Geißler hat die Aktion zweierlei unter Beweis gestellt. “Jeder einzelne profitiert und wir entlasten die Umwelt”, sagte Geißler: “Die durch das Programm reduzierte Menge Kohlendioxid entspricht der Menge CO2, die ein Wald von der Größe des Volksparks Friedrichshain jährlich bindet. Und für den Hausbesitzer gilt: Man kann durch eine energetische Gebäudemodernisierung über 100.000 Euro Heizkosten sparen.”
Optimale Ergebnisse erzielen Hausbesitzer, wenn die einzelnen Maßnahmen Hand in Hand ineinander greifen und das Gebäude ganzheitlich betrachtet wird. “Nach der Erstberatung und Gebäudeanalyse ist ein professionelles Modernisierungskonzept vom Fachplaner oder Energieberater zu erstellen. Dieser Modernisierungskoordinator steuert auch die Ausführungsarbeiten der verschiedenen Fachhandwerker, die ausgehend von einer gedämmten Gebäudehülle auch die Erneuerung der Heizanlage enthält”, schildert Alexander Geißels, Leiter der ISOVER-Akademie, den zielgerichteten Ablauf.
Mehrheit der Heizkessel über 15 Jahre alt
Bei ihren Beratungen stellten die beiden „Heimtrainer“ Claudia Alt und Michael Aniola von der Berliner Energieagentur fest, dass über die Hälfte der Heizkessel 15 Jahre und älter waren, also längst nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen. Sie fanden sogar einen echten Oldtimer: In einem Haus arbeitete noch ein Heizkessel aus dem Jahr 1934.
Die Aktion “Die Heimtrainer kommen” unter der Schirmherrschaft von Umweltsenatorin Katrin Lompscher startete im März 2008 und bestand unter anderem aus zwei Wettbewerben. Am Gebäudewettbewerb beteiligten sich 350 Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern in Berlin. Dem Erstplatzierten standen die „Heimtrainer“ der BEA ein Jahr lang bei der Gebäudemodernisierung beratend zur Seite. Der Sieger und neun weitere Preisträger erhielten außerdem von der Firma ISOVER Dämmstoffe im Wert von bis zu 20.000 Euro.
Der zweite Wettbewerb war auf die Heizungsanlage ausgerichtet. Hier beteiligten sich noch einmal 150 Haushalte. Die ersten acht bekamen gratis von verschiedenen Herstellern hochmoderne Erdgas-Brennwertkessel zur Verfügung gestellt, bei dem Hauptgewinnern wurde sogar der fachmännische Einbau gesponsert.


















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