19
Mai 2009
Abgelegt unter: Strom Blog

Erste Strom-Tankstelle in Aachen eröffnet

Beim Thema Elektromobilität stellt sich, wie bei vielen Innovationsthemen, die Frage nach der Henne und dem Ei: Was muss zuerst da sein – die Tankstelle, an der Elektrofahrzeuge aufgeladen werden können, oder die Elektrofahrzeuge, damit überhaupt der Bedarf für eine Ladeinfrastruktur entsteht? Die STAWAG, Stadtwerke Aachen Aktiengesellschaft, umgeht das Dilemma, indem sie beides parallel vorantreibt: Sie baut einerseits öffentliche Elektro-Tankstellen in der Aachener Innenstadt und will andererseits ihre Stromkunden mit einem Förderprogramm dazu animieren, sich Elektro-Roller zu kaufen und damit die Umwelt zu entlasten.

Aachens erste Strom-Tankstelle eröffnet

Am 19. Mai eröffneten beide Vorstände des Aachener Energiedienstleisters, Dr. Peter Asmuth und Dr. Christian Becker, gemeinsam mit der Aachener Umweltdezernentin Gisela Nacken und Professor Günther Schuh, Prorektor der RWTH (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen), eine Strom-Tankstelle für Elektro-Roller auf dem Vorplatz des SuperC. Die Tanksäule mit zwei 350-Watt-Solarmodulen hat zwei Steckdosen, an denen Elektro-Roller zum Tanken angeschlossen werden können. “Strom fließt aber nur, wenn die Steckdose mittels einer Elektro-Tankkarte, die es bei der STAWAG gibt, freigeschaltet wird”, erläuterte Asmuth. “Das ist schon allein aus Sicherheitsgründen erforderlich”.

Strom-Tankstellen sollen weiter ausgebaut werden

Der Ladevorgang dauert etwa vier bis acht Stunden, wenn die Batterie ganz leer ist. Die STAWAG wird das Netz von Elektro-Tankstellen in Aachen weiter ausbauen und noch in diesem Jahr mindestens vier weitere Ladestationen für Elektro-Roller errichten. “Als Standorte sind unter anderem die Eingangsbereiche von innerstädtischen Parkhäusern unserer Konzernschwester APAG, der Aachener Parkhaus Gesellschaft, vorgesehen“, so Asmuth. Aufladen kann man die Roller aber auch an jeder normalen Schuko-Steckdose, zum Beispiel in der Garage oder am Haus.

Elektro-Roller an der Strom-Tankstelle aufladen

Das neue Service-Zentrum der Technischen Hochschule ist durch seine zentrale Lage ein optimaler Standort für die erste Elektro-Tankstelle, zumal Studierende eine interessante Zielgruppe für elektrisch betriebene Roller sind. Diese sind bereits als Serienmodelle im Handel oder im Internet zu kaufen – ein klarer Vorsprung gegenüber Elektroautos, deren Serienreife noch auf sich warten lässt. Die Zweiräder mit Elektromotor sind vergleichsweise günstig in der Anschaffung, extrem sparsam im Betrieb und für den innerstädtischen Verkehr bestens geeignet.

Strom-Tankstelle für STAWAG-Kunden kostenlos

Zudem profitieren nicht nur die Fahrer, sondern auch ihre Umwelt: Elektro-Roller haben keinerlei Emissionen während des Betriebs, und sie sind im Gegensatz zu ihren konventionell angetriebenen Artgenossen nahezu geräuschfrei. Für die Stromkunden der STAWAG ist der Strom an den Elektro-Tankstellen kostenlos. Alle anderen Fahrer von Elektrofahrzeugen können für 50 Euro eine bis Ende 2010 gültige Elektro-Tankkarte kaufen und mit dieser dann ebenfalls kostenlos tanken.

Wer Stromkunde der STAWAG ist, kann sich ab sofort den Kauf eines Rollers fördern lassen: Er erhält sechs Monatstickets der ASEAG, gültig für den Busverkehr in Aachen, Vaals und Kelmis, im Wert von 309 Euro, oder alternativ eine finanzielle Förderung von 100 Euro.

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