04
Jan 2010
Abgelegt unter: Strom Blog

Vor- und Nachteile von Smart Metering

stromkosten

Zum Jahreswechsel fällt der Startschuss: Intelligente Stromzähler, so genannte Smart Meter, sind ab 1. Januar in Neubauten Pflicht. Sie sollen Transparenz schaffen, eine Kostenkontrolle ermöglichen und Verbraucher zu Klimaschützern und Energiemanagern machen. Den flächendeckenden Einsatz der Smart Meter plant die Bundesregierung für 2022. Das Themenspezial „Smart gespart“ auf www.energiesparclub nimmt die neue Technologie unter die Lupe, beantwortet die wichtigsten Fragen und prüft, ob Smart Meter bei der Erfüllung der deutschen Klimaschutzziele helfen können.

Stromkosten kontrollieren mit dem Energiesparkonto

Verbraucher, die bereits jetzt einen genaueren Überblick über ihren Verbrauch haben wollen, müssen allerdings nicht warten, bis die Smart Meter-Technologie so weit ist: Mit einer speziellen Software, dem Energiesparkonto, kontrollieren bereits 15.000 Nutzer ihre Energieausgaben. Sie können ihren Stromverbrauch sichtbar machen, diesen speichern und auswerten lassen. Auf energiesparclub.de kann jeder mit wenigen Klicks sein kostenloses Energiesparkonto anlegen und sein eigener Energiemanager werden. Der Energiesparclub der gemeinnützigen co2online GmbH wird vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Klimaschutzinitiative gefördert.

Jährlich Stromkosten senken

Wie helfen Smart Meter in der Praxis beim Energiesparen? „Die Zähler selbst sparen keine Energie“, sagt Dr. Johannes D. Hengstenberg. „Erst durch die Verknüpfung mit einem zusätzlichen Display oder einer Internetsoftware können Verbraucher erkennen, wie viel sie wann verbrauchen. Dann werden aus digitalen intelligente Zähler“, so der co2online-Geschäftsführer. Fünf bis zehn Prozent Energieeinsparungen sind unter diesen Voraussetzungen möglich, schätzen Experten. Eine vierköpfige Familie könnte jährlich zwischen 50 und 90 Euro sparen.

Vermeidung von 8,5 Millionen Tonnen CO2 möglich

„Durch Smart Meter können Verbraucher für ein Thema sensibilisiert werden, das sie vorher im schlimmsten Fall nur am Jahresende mit der Rechnung zur Kenntnis genommen haben. Durch visualisierte Verbrauchszahlen steigt der Anreiz, Strom effizienter zu nutzen“, sagt Dagmar Ginzel vom Energieportal verivox.de. Würden alle Haushalte in Deutschland Smart Meter nutzen und zehn Prozent Energie sparen, ließen sich jährlich etwa 8,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden. Das sind knapp vier Prozent der 230 Millionen Tonnen an Treibhausgasen, die Deutschland im Jahresdurchschnitt mindern muss, will es die Klimaschutzziele bis 2020 erfüllen.

Datenschutz ist der Haken am Smart Meter

Allerdings tut sich die Energiebranche noch schwer mit der neuen Technik. Viele Unternehmen testen Smart Meter zwar in Pilotversuchen wie dem Energiesparclub-Praxistest. Ein marktreifes Angebot suchen Kunden aber meist vergebens. Ein weiteres Hemmnis für den Durchbruch der Smart Meter: Der Gesetzgeber verlangt zunächst nur die Basisvariante ohne Interaktionsmöglichkeit. „Es ist fraglich, ob die reine Übermittlung der Verbrauchswerte genügt, um einen schonenden Umgang mit Energie zu bewirken“, schätzt Sebastian Gölz vom Fraunhofer-Institut die Erfolgsaussichten der Smart Meter zurückhaltend ein. Skeptisch sind auch die Verbraucherschützer. „Der Datenschutz ist die Achillesferse des Smart Meterings“, schreibt Peter Blenkers von der Verbraucherzentrale. Er fordert ein schlüssiges Datenschutzkonzept für die neue Technologie.

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2 Kommentare »

  1. Kommentar von Benjamin Blankenburg
    5. Juli 2010 um 09:20 Uhr

    Die Energieversorger tun sich in der Tat noch schwer mit dem (mittlerweile gar nicht mehr so neuen) Thema Smart Metering. Für Verbraucher Interessant ist der Überblick über variable Tarife bei der Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Variable_Tarife) und eine Studie der Forschungsgruppe Energie- und Kommunikationstechnologien EnCT. Sie beantwortet Fragen wie Wie weit ist Smart Metering am deutschen Markt schon verbreitet? Welche Produkte werden angeboten? Und für wen rechnen sie sich? Der »Praxisvergleich Smart-Metering-Produkte 2010 – Komponenten, Strategien, Potentiale« bietet erstmalig einen umfassenden Überblick über die derzeitige Marktsituation in Deutschland.

  2. Kommentar von Christian Schäfer
    10. August 2010 um 22:04 Uhr

    Momentan geht die Umsetzung des Smart Meterings in Deutschland nur schleppend voran. Ein Grund hierfür liegt in den noch offenen wirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Forschungsfragen. Zum Beispiel herrscht Unklarheit, welche Übertragungstechnologie / Architektur für das jeweilige Szenario eingesetzt werden kann. Hierzu bedarf es neben Feldtests auch einer wissenschaftlichen Betrachtung. Diese und weitere interessante Forschungsfragen auch dem Bereich Smart Metering, Smart Grids und Smart Home sollen innerhalb der Forschungsgruppe Smart Energy Research (http://smart-energy-research-blog.com/) diskutiert und beantwortet werden.

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