Yello Strom startet Pilotprojekt für schlaue Stromsysteme
Cisco in Deutschland startet mit Yello Strom ein Pilotprojekt zur Etablierung von intelligenten Stromsystemen – so genannten Smart Grids – in Deutschland. Bis zu 70 ausgewählte Haushalte und Betriebe werden mit innovativer Kommunikationstechnologie zur Verbrauchssteuerung von Elektrogeräten sowie dezentraler Energieerzeugung wie Photovoltaik, Blockheizkraftwerken oder Wärmepumpen ausgestattet. Das Internet Protokoll (IP) soll in diesem Zusammenhang die Basis für die komplette Kommunikation zwischen allen angeschlossenen Netzknotenpunkten sein.
Intelligente Stromzähler von Yello Strom
Im Rahmen des Piloten werden die intelligenten Stromzähler von Yello Strom, die Yello Sparzähler online installiert, die den Kunden den eigenen Stromverbrauch in Echtzeit sichtbar machen. Yello Strom bietet als einziges Unternehmen bereits in ganz Deutschland einen intelligenten Stromzähler an, der die Plattform für ein solches System darstellt. Summarische Viertelstundenwerte werden an Yello geschickt. Darüber hinaus werden Home-Energy-Management-Systeme und Smart Plugs zur Steuerung der Endgeräte und der dezentralen Energieerzeuger in die Haushalte integriert. Verbraucher können ihre Haushaltsgeräte, beispielsweise Waschmaschinen, Spülmaschinen, so einstellen, dass sie nur außerhalb der Spitzenlastzeiten Strom abnehmen.
Strom sparen mit intelligenten Zählern
Untersuchungen haben ergeben, dass durch derartige Technologien der Verbrauch um circa zehn Prozent reduziert und um weitere circa 15 Prozent zeitlich verschobenen werden kann. Verbrauchsspitzen können so reduziert werden. Dies liefert einen erheblichen Beitrag, um die zukünftig erwartete Kapazitätslücke im deutschen Strommarkt zu schließen. Alleine in Deutschland könnten so theoretisch zehn bis 15 Großkraftwerke ersetzt oder vermieden werden. Zudem kann der Verbrauch dann stattfinden, wenn zum Beispiel genügend Kapazität durch Windkraft oder andere erneuerbare Energieträger verfügbar ist.
Das Netzwerk als Plattform für Informationsflüsse im Energiemanagement
Für Cisco ist das Pilotprojekt mit Yello Strom der logische nächste Schritt zur Erschließung eines Zukunftsmarktes. Denn Yello Strom bietet derzeit als einziger deutschlandweit einen intelligenten Stromzähler an, der als Plattform für ein intelligentes Netz auf IP-Basis fungieren kann. Cisco nutzt sein IT-Know-how, um sowohl Energieanbietern als auch Energiekonsumenten die notwendige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, damit der Stromverbrauch verringert und Ressourcen effektiv genutzt werden können. „Innovative Informations- und Kommunikationstechnologie bilden das Herzstück des Smart Grids. Nur mit deren Einsatz kann die Vision eines intelligenten Stromnetzes Realität werden“, erklärt Michael Ganser, Senior Vice President DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Vorsitzender der Geschäftsführung Cisco Deutschland.
„Das Management von Stromflüssen ist dem von Informationsflüssen sehr ähnlich. Deshalb basieren intelligente Stromsysteme auf ähnlichen Prinzipien wie das Internet – mit der Ausnahme, dass Stromsysteme über eine weitaus größere Anzahl von Knotenpunkten verfügen. An dieser Stelle bringen wir unser Know-how ein, um alle zur Optimierung des Stromverbrauchs notwendigen Informationen zu verbinden und zu verarbeiten“, sagt Christian Feißt, Industry Lead Utilities Cisco IBSG.
Yello: Kunden können noch mehr Strom sparen
Die Yello Strom GmbH setzt bei der Kooperation auf die Optimierung des Stromsystems, um den Kunden noch mehr Möglichkeiten zu geben, den eigenen Strom effizient zu nutzen und davon in Zukunft durch mögliche neue Tarifmodelle auch finanziell zu profitieren. Martin Vesper, Geschäftsführer der Yello Strom GmbH: „Wir sind davon überzeugt, dass eine Smart-Grid-Technologie auf IP-Basis die beste Lösung für den Kunden ist – denn der Kunde kann bei dieser Lösung selbst Teil des intelligenten Netzes werden, wenn er möchte. Er kann seinen eigenen Energie-Verbrauch und auch seine eigene Energie-Erzeugung über seinen intelligenten Stromzähler steuern lassen, optimieren und so von den intelligenten Netzen profitieren.“
Durch die Einbeziehung des Endkunden in ein Smart Grid können Spitzenlasten reduziert auch die so genannte Reservekapazität verringert werden. Reservekapazität wird meist durch gas- oder ölbefeuerte Kraftwerke bereitgestellt, um das Stromsystem im Bedarfsfall zu stabilisieren. Speziell bei einem zunehmenden Anteil an erneuerbaren Energieträgern sind diese Reservekraftwerke erforderlich; allerdings auch mit sehr hohen Kosten verbunden. In einem Smart Grid kann die Reservekapazität zukünftig auch durch den Endverbraucher bereitgestellt werden. Die Kosten des Stromsystems sinken, wovon sowohl Energieversorger als auch Endkunden profitieren.


















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