„Beklemmend“ nennt Jörg Sommer, Vorstandssprecher der Deutschen Umweltstiftung, das Gefühl, welches sich ihm beim ersten Blick auf den AKW-Gefährdungsatlas aufdrängte.

Statkraft, Europas grösster Erzeuger erneuerbarer Energie, nahm am 24. November den weltweit ersten Prototypen eines Osmosekraftwerks in Betrieb. Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit hat die Anlage eröffnet.

Um auf die tödliche Gefahr aufmerksam zu machen, die von Atomkraftwerken ausgeht, bemalten Greenpeace-Aktivisten heute die Kuppel des niedersächsischen Atomkraftwerks Unterweser bei Nordenham mit einem überdimensionalen Totenkopfsymbol. Sie befestigen dort Banner auf denen steht: “Atomkraft schadet Deutschland!”.

Vattenfall rechnet damit, dass sein Atomkraftwerk Krümmel noch in diesem Sommer wieder Strom ins Netz einspeisen wird. “Weil wir bisher einen konstruktiven Dialog mit der Genehmigungsbehörde gehabt haben, gehe ich davon aus, dass wir den Reaktor ab diesem Sommer wieder hochfahren können”, sagte Tuomo Hatakka, Chef von Vattenfall Europe, dem Tagesspiegel (Montagausgabe). Knapp zwei Jahre nach der Stilllegung des Reaktors in Folge des Transformatorenbrands im Juni 2007 seien die Sanierungsarbeiten in der Anlage fast abgeschlossen. Man werde den Antrag auf Wiederinbetriebnahme in den kommenden Wochen stellen.

“Die Atomenergie trägt weltweit so gut wie nichts zum Klimaschutz bei. Sie ist und bleibt eine Technologie unbeherrschbarer Risiken, gerade was die Weiterverbreitung nuklearer Materialien und die Entsorgung des Strahlenabfalls betrifft. Sie bremst den Ausbau der erneuerbaren Energien und ihre Bedeutung sinkt in globaler Hinsicht.” Dieses Fazit zieht Lutz Mez, Geschäftsführer der Forschungsstelle Umweltpolitik an der Freien Universität Berlin in einer Analyse der aktuellen Entwicklungen in der Atombranche. Kurz vor dem 23. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe betonte er gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dass ein Comeback der Atomkraft nicht in Sicht und auch nicht wünschenswert sei.