Kurz vor der Landtagswahl zeigt sich eine breite Mehrheit der Menschen in Nordrhein-Westfalen skeptisch gegenüber neuen Kohlekraftwerken. Dies ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Emnid-Umfrage, die vom Kampagnen-Netzwerk Campact in Auftrag gegeben wurde. Knapp 70 Prozent der Befragten sprachen sich gegen neue Kohlekraftwerke aus. Selbst unter CDU-Anhängern lag der Anteil deutlich über 50 Prozent, bei der FDP-Klientel sogar bei 66 Prozent.

Gassonderkunden der ehemaligen RWE Westfalen Weser Ems AG, die Rückforderungen aus unwirksamen Gaspreiserhöhungen geltend machen wollen, müssen sich sputen: Da Ansprüche aus Rechnungen des Jahres 2006 Ende 2009 zu verjähren drohen, sollten diese jetzt bei dem Versorgungsunternehmen angemeldet werden.

Mit einem neuen Angebot hat der Versorger RWE Westfalen-Weser-Ems auf den massiven Kundenärger über den Vertrag „Erdgas 2011“ reagiert. Die Verbraucherzentrale NRW rät den rund 100.000 Betroffenen, die bis August 2010 an den bisherigen Gasliefervertrag gebunden sind, weiterhin zum Widerruf des alten Vertrages statt der Vertragsänderung „Erdgas 2012“ zuzustimmen: „Mit der Unterschrift unter ein neues Vertragswerk ist nicht viel gewonnen. Kunden nehmen hierbei weiterhin mögliche Wettbewerbsnachteile in Kauf und zementieren ihre Abhängigkeit von RWE“, kritisiert die Verbraucherzentrale NRW die Ersatz-Offerte.

NRW setzt auf eine stärkere Erzeugung und Nutzung von Biogas. Mit insgesamt 260.000 Euro aus dem NRW-EU Ziel2-Programm fördert das Wirtschaftsministerium jetzt eine Machbarkeitsstudie zur Herstellung und Aufbereitung von Biogas.

Die Vor-Ort-Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW ist ein Erfolgsmodell: Die im Jahr 2008 in mehr als 3.800 Beratungen vorgeschlagenen Sanierungsempfehlungen mündeten in Investitionen von durchschnittlich 18.000 Euro pro Objekt, um die Heizung zu modernisieren, das Gebäude zu dämmen oder den undichten Fenstern die Tür zu weisen. Über den Daumen 800 Euro an Energiekosten sparen die erfolgreich beratenen Hausbesitzer dadurch jährlich ein.

Die in Nordrhein-Westfalen gestartete Kampagne Mein Haus spart ist offenbar äußerst erfolgreich. Im vergangenen Jahr flossen insgesamt rund 877 Millionen Euro für die energetische Gebäudesanierung und Wohnraummodernisierung aus Mitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nach Nordrhein-Westfalen, landesweit wurden mehr als 17.000 Anträge bewilligt. Im Jahr 2007 war es nur 554 Millionen Euro. Fast 21 Prozent aller KfW-Mittel aus den Programmen zur energetischen Gebäudemodernisierung gingen nach Nordrhein-Westfalen.