Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister hat dazu aufgerufen, angesichts steigender Strompreise alle Möglichkeiten zur Entlastung der Verbraucher zu nutzen. „Ich appelliere an die Verbraucher, bei Strompreiserhöhungen zu prüfen, ob sich nicht ein günstigerer Anbieter findet. Denn die Wechselbereitschaft der Stromkunden ist in den meisten Fällen das beste Mittel gegen überhöhte Preise einzelner Anbieter.“ Neben der Wechselbereitschaft der Verbraucher gehöre allerdings weiterhin auch das Kartellrecht zum Instrumentarium im Kampf gegen steigende Strompreise, und zwar auf Bundes- wie auf Landesebene.
In den eher trägen Strommarkt gerät Bewegung: Mehr als jeder zweite Stromkunde in Deutschland (53 Prozent) denkt derzeit zumindest gelegentlich über einen Stromanbieterwechsel nach. Seit dem letzten Frühjahr ist das Wechselpotenzial um mehr als 20 Prozent gestiegen.
Fast jeder zweite Stromkunde in Deutschland (43%) denkt derzeit zumindest gelegentlich darüber nach, seinen Stromanbieter zu wechseln. 16 Prozent können sich den Wechsel kurzfristig innerhalb der nächsten zwölf Monate vorstellen. Berücksichtigt man zusätzlich die Kunden, die spontan zu einem neuen Anbieter wechseln, ergibt sich hochgerechnet ein aktuelles Wechselpotenzial von rund sieben Mio. Privathaushalten im deutschen Strommarkt.
Die Stromverbraucher haben bislang wenig von der Liberalisierung des Energiemarktes profitiert. In den ersten zehn Jahren seit Öffnung des Marktes sanken die Strompreise für Haushaltskunden nur um 4,5 Prozent. Die Produktivität der Konzerne stieg dagegen um 70 Prozent.